Japan zum ersten Mal Weltmeister
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Japan gewinnt die Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011
(© dpa)
Die große Überraschung der WM 2011 ist perfekt: Die Fußball-Frauen aus Japan haben zum ersten Mal den Weltmeistertitel gewonnen. Die Asiatinnen setzen sich in einem spannenden WM-Finale am Sonntag (17.7.) in Frankfurt am Main gegen die USA mit 5:3 nach Elfmeterschießen durch. Die mehr als 48.000 Zuschauer in der ausverkauften Frankfurter WM-Arena erlebten ein dramatisches Spiel, bei dem für die Amerikanerinnen der dritte WM-Titel zum Greifen nahe war. Das US-Team ging in der von der deutschen Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus souverän geleiteten Partie zwei Mal in Führung. Die Japanerinnen jedoch ließen sich davon nicht beeindrucken und kamen durch ihre beiden Ausgleichstreffer wieder zurück ins Spiel.
Nach 120 Minuten brachte das Elfmeterschießen die Entscheidung. Es waren vor allem Japans Torhüterin Ayumi Kaihori und Abwehrspielerin Saki Kumagai, die in diesem Moment herausragten. Kumagai, die in der nächsten Saison für den 1. FFC Frankfurt spielt, verwandelte den entscheidenden Elfmeter – und ließ die Japanerinnen in grenzenlosen Jubel ausbrechen. Für das Team bedeutete der erste Sieg in mehr als 20 Länderspielen gegen die USA zugleich den ersten WM-Titel. Steffi Jones, Chefin des WM-Organisationskomitees, überreichte den WM-Pokal an Japans Spielführerin Homare Sawa.
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17.07.2011, WM 2011 Finale, USA - Japan v.l. Torjubel2:2 Saki Kumagai (Japan), Homare Sawa (Japan) FOTO JAN HUEBNER
(© picture alliance / Foto Huebner)
Die Mittelfeldspielerin, die mit ihrem Tor zum 2:2-Ausgleich in der Verlängerung ihr Team im Spiel gehalten hatte, wurde zudem als beste Spielerin der WM mit dem goldenen Ball und als Torschützenkönigin (5 Treffer) ausgezeichnet. Sawa selbst reagierte einfach nur überwältig: „Ich habe nicht gewagt, davon zu träumen.“
Japans krönender WM-Abschluss erzielte auch im deutschen TV eine Spitzenquote: Mehr als 15 Millionen Zuschauer verfolgten das Finale vor dem Fernseher. Auch auf Deutschlands größter Fanmeile am Frankfurter Mainufer sahen rund 3000 Fans die packende Finalbegegnung. Bereits vor Anpfiff des WM-Finales erlebten die Fans im Stadion von Frankfurt eine farbenfrohe Abschlussfeier, bei der wie bei der WM-Eröffnung in Berlin ein spiegelnder Fußball im Mittelpunkt stand. Schwedens Trainer Thomas Dennerby, dessen Team sich im kleinen Finale den dritten Platz gesichert hatte, zog eine sehr positive WM-Bilanz: „Das ist die beste WM aller Zeiten, von den Zuschauern her, der Stimmung und der Organisation.“ Ingesamt sahen mehr als 770.000 Zuschauer die WM-Spiele im Stadion, ein Schnitt von mehr als 25.000 Fans. Steffi Jones gab bekannt, dass 782.000 der insgesamt 900.000 WM-Tickets verkauft wurden: „Das sind 86 Prozent. Darauf können wir stolz sein.“ Auch die ehemalige deutsche Nationalspielerin und Weltmeisterin Nia Künzer zeigte sich zufrieden mit der ersten Frauen-WM in Deutschland. In ihrer Zeitungskolumne schrieb Künzer als WM-Fazit: Der Frauen-Fußball sei bei diesem Turnier nicht neu erfunden worden, aber die WM habe ihn ein Stück weiter gebracht.
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